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MAGNA MORTALIS "Onward"

( Firefield Records 2010 )

12 Songs 40:37min

Ja heidewitzka, das nenn ich doch mal nen Einstand!!

Nachdem ich mich mit den Live Qualitäten der hannoverschen Todesblei-Formation Magna Mortalis bereits im Januar als Support von Kataklysm und Belphegor überzeugen durfte, liegt mir nun das erste Studiowerk der Band vor und was soll ich sagen?

Der erste Eindruck stimmt jedenfalls schonmal auf Grund des interessanten Covers, das ein düsteres Kriegsszenario mit übergroßen Heuschrecken mit Panzerköpfen (!) darstellt. Inreressant und nett anzusehen, hier hat mal jemand eine gute Idee gehabt.

Also mal rein mit der CD und gespannt sein. Und was da nach kurzem Intro aus den Boxen ballert ist schon Lobes wert! Feinster grooviger Death Metal irgendwo zwischen Morbid Angel und Obituary nötigt einen fast schon, sich konsequent die Rübe abzuschrauben. Ein Hit jagt den nächsten, groovige Midtempi Mosher wie "radioactive benediction" geben sich in angenehmer Abwechslung mit temporeichen Granaten wie "flaming rain" die Klinke in die Hand. Es knallt echt ohne Ende nicht zuletzt aufgrund der sehr fetten Produktion. Und eh man sich versieht, sind 40 Minuten auch schon um und man denkt sich: Yeah, das ist doch mal eine Visitenkarte.

Notorische Nörgler werden nach dem Genuss von "ONWARD" wieder um die Ecke biegen und irgendwas von eifallslos und nichts neues vor sich hin brabbeln. Mir macht das nichts, ich mag solide Hausmannskost, denn auch wenn ich schon geschätzte 2500 Portionen Bratkartoffeln in meinem Leben verdrückt habe, so ist die nächste trotzdem wieder ein kulinarischer Orgasmus, vorrausgesetzt sie sind gut zubereitet.

Und das ist das Debüt Release von Magna Mortalis allemal!!!

9/10 Punkten

Alex Schreiber




ATROCITY "let war rage"

(mad lion records 2010 )

18 songs, 48:01 min

Vor nunmehr 25 Jahren machten sich im Bundesstaat Connecticut (USA) vier wilde Jungs auf, mit ihrem wüsten, deutlich vom frühen US-Hardcore beeinflussten Death Metal auf, die Welt das fürchten zu lehren.

Nach zwischenzeitlich 18 Jahren Ruhepause biegen ATROCITY ( nicht zu verwechseln mit der deutschen Gothik Metal Formation um Alex Krull ) nun mit ihrem fünften Realease um die Ecke und hinterlassen zumindest bei mir einen unschlüssigen Eindruck:

Irgendwo in der Schnittmenge aus frühen S.O.D, noch früheren MORBID ANGEL und frühesten SICK OF IT ALL rumpelt der aktuelle Silberling durch die Boxen, dass es eine wahre Pracht ist. Doch spätestens nach der Hälfte der Scheibe verliert das Ganze dann doch auch so langsam wieder seinen Reiz, ein Song gleicht dem Anderen, hier bleibt nicht wirklich was hängen. Klar, mit Tracks wie "bludgeoned to death" oder "purging of humanity" zeigen ATROCITY, dass sie nichts verlernt haben in all den Jahren und auch heute noch die ein oder andere feine Abrissbirne aus dem Hut zaubern zu können. Der überwiegende Rest plätschert dann allerdings doch recht belanglos an einem vorbei und nach einer guten Dreiviertelstunde ist die Versuchung die Repeattaste zu drücken doch mehr als gering.

Für Freunde der alten amerikanischen Schule lohnt es sich auf jeden Fall, mal ein Ohr zu riskieren. Der rumpeliege oftmals übersteuerte Sound der Scheibe entspricht allerdings bei weitem nicht dem heutigen Standard, macht aber vielleicht das ultimative Oldschool-Erlebnis für den Ein oder Anderen perfekt.


5 / 10 Punkten

Alex Schreiber




WHOREHOUSE "Excicution of Humanity"

(Mad Lion Records 2010 )

10 Tarcks , 45:01 min

Jaaaaah so würden TESTAMENT klingen, wenn sie heute noch "Eier" hätten. Was unsere Nachbarn aus Polen / Krakau hier abliefern, ist eine allerfeinste Thrash-Bombe vor dem Herrn. Die vier Jungs ballern sich von einer Granate zur nächsten, allerdings ohne dabei jemals stumpf oder langweilig zu werden.

Die zehn Tracks auf dem vorliegenden Album sind gespickt mit knallharten Riffs, eingängigen Melodie-Bögen, harmonischen Lead-Gitarren und massiven Grooves und lassen durchaus den Vergleich mit der alten Bay Aera-Schule zu. Sänger Seba klingt ordentlich wütend und macht einen mehr als guten Job. Kurzum: Hier stimmt eigentlich alles. Einzig eine fettere Produktion hätte dem Album vielleicht gut zu Gesicht gestanden, aber spätestens sollte dieser Schönheitsfleck ausgemerzt werden, wenn ein größeres Label das Talent der Band entdeckt und an deren Türe klopft.

Nichtsdestotrotz: Fans von Bands wie MASHINE HEAD, TESTAMENT oder auch FORBIDDEN können hier praktisch blind zugreifen, ohne wirklich enttäuscht zu werden. Anspieltipps: der treibende Opener "violent storm" oder das amtlich ballernde mit cleveren Breaks versehene "new life"


8 / 10 Punkten

Alex Schreiber